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Best Practice?

Selbst für Theoretiker besteht immer die Neugier, ob die Theorien auch in der Praxis ankommen. In vielen Fällen in der Vergangenheit ist das sicher zugetroffen, insbesondere in angewandten Wissenschaften wie der Betriebswirtschaftslehre und den Rechtswissenschaften. Mittlerweile kommt die wissenschaftliche Theorie nicht umhin, die Theorie der Wirtschaft anzuerkennen – die Best Practice. Denn selbst wenn in dem Terminus die Praxis steckt, geht es doch darum, durch das altbekannte „Try and Error“ Theorien bzw. Konzepte nachzuahmen und zu implementieren.

Sind aber Best Practice-Beispiele wirklich immer die beste Praxis? Auch wenn durch moderne Management-Strukturen und einem großen Wissensschatz um Organisations- und Mitarbeiterführung viele Unternehmen relativ gleichförmig aufgebaut sind, unterscheiden sie sich doch mehr oder weniger stark voneinander. Es lässt sich weiterhin einräumen, dass Menschen statistisch gesehen vorhersehbar sind bzw. sich – kriteriumsabhängig – gruppieren lassen, dennoch sind die Menschen in einer Organisation doch einzigartig und, bedingt durch die Individualisierungstendenzen der letzten Jahrzehnte, eine entscheidende Komponente in jedem Unternehmen. Ob sich also Best Practice von Unternehmen A auf Unternehmen B übertragen lässt, ist und bleibt fraglich.

Das Ganze ist sicherlich nicht neu, doch vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, der anhaltenden Globalisierung und dem enormen technologischen Fortschritts (der sich teilweise so schnell vollzieht, dass er eher ein Weglaufen als ein Fortschreiten ist), gilt diese Aussage noch viel mehr.

Mission Statement

Warum ein Dia(b)log zwischen einem Theoretiker (Holle) und einem Praktiker (Oelle) zu HR-Themen?

Wir denken, dass es wichtig ist, den Austausch stärker zu fördern als es bislang notwendig ist. Viele Ideen und Theorien kommen in der Praxis gar nicht an – und wenn, dann nur in den großen Unternehmen, während KMU sich an veraltete Strukturen halten. Andererseits erachten wir es als sinnvoll, dass Praktiker einen Anstoß geben, welche Themen wirklich wichtig sind und erforscht werden sollten.

Wir hoffen, dass unser Austausch andere Personaler – seien es Theoretiker oder Praktiker – anregt und sie in den Dialog mit einsteigen. Viel Vergnügen.